Das Zeitalter Ludwigs XIV. ist Voltaires Kultur- und Zivilisationsgeschichte des Grand Siècle. Anstelle einer dynastischen Chronik entfaltet er ein Panorama von Politik, Krieg und Diplomatie, zugleich der Künste und Wissenschaften: von Racine, Molière und Lully über Le Nôtre und Vauban bis zu Bossuet und Fénelon. Mit nüchterner, eleganter Prosa und kontrollierter Ironie gewichtet er Ereignisse nach ihrem Beitrag zur Aufklärung der Sitten und Institutionen; die Aufhebung des Edikts von Nantes erscheint als Zivilisationsbruch, die Akademien als Motoren kollektiver Vernunft. Stilistisch verbindet das Werk essayistische Klarheit mit einer europäischen Vergleichsperspektive. Voltaire (1694–1778), Philosoph der Aufklärung und zeitweilig königlicher Historiograph, schrieb das Werk, um Kräfte des Fortschritts in der Geschichte sichtbar zu machen. Exilerfahrungen in England, die Partnerschaft mit Madame du Châtelet und der Archivzugang am Hof lieferten Methoden und Material; seine Kämpfe gegen religiöse Intoleranz und Zensur schärften den Blick für Fanatismus wie für die Ambivalenz höfischer Pracht. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die die Entstehung moderner Öffentlichkeit, Staatsräson und Kulturpolitik verstehen wollen. Als präzise, quellensatte und dennoch brillant lesbare Synthese lehrt es, wie Macht, Geschmack und Wissen sich gegenseitig formen. Wer Europa des 17. Jahrhunderts jenseits von Anekdoten begreifen will, findet hier eine verlässliche, kritisch inspirierende Leitstudie. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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