Das Bildnis des Dorian Gray erzählt von einem jungen Mann, dessen Porträt, gemalt von Basil Hallward, die Spuren seines Lasters trägt, während er selbst ewig jung bleibt. Unter dem Einfluss des Dandys Lord Henry Wotton prüft der Roman die Spannung zwischen Ästhetik und Moral, verbindet Gothic und Faust-Motiv und glänzt in geschliffener, aphoristischer Prosa. Als fin-de-siècle-Text verhandelt er Dekadenz, Doppelgängertum und die Theatralik der viktorianischen Gesellschaft; 1890 erstmals publiziert, 1891 überarbeitet mitsamt prägnantem Vorwort. Wilde, irischer Dramatiker und Kritiker, geprägt von Oxford, Walter Pater und den französischen Décadents, formulierte das Credo der Kunst um ihrer selbst willen. Sein dandyistischer Habitus und die Londoner Salons nährten die Figur des befehlenden Ästheten. Die moralische Empörung nach der Erstveröffentlichung veranlasste ihn, den Text zu erweitern und mit einem paradoxen Vorwort zu versehen, das die Autonomie der Kunst verteidigt. Empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die die Psychologie der Verführung, die Ökonomie des Blicks und die Ethik des Genusses verstehen wollen. Wer die musikalische Syntax, die funkelnden Aperçus und Londons Bühnenbilder aufmerksam liest, erlebt Unterhaltung als präzise Diagnose einer Epoche. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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