Rilla auf Ingleside ist der abschließende Roman der Anne-Reihe und verlegt die vertraute Welt von Prince Edward Island in den Schatten des Ersten Weltkriegs. Im Zentrum steht Rilla Blythe, die jüngste Tochter von Anne und Gilbert, deren unbekümmerte Jugend sich unter der Last von Mobilmachung, Freiwilligenarbeit und ständigen Kriegsnachrichten verwandelt: Sorge um Brüder und Freunde, die Aufnahme des Kriegswaisen "Jims", die zarte Bindung zu Kenneth Ford und der Preis von Pflicht und Verlust. Stilistisch verbindet Montgomery häuslichen Realismus, humorvolle Dialoge und sentimentale Intensität mit quasi-dokumentarischen Einsprengseln (Telegramme, Rotkreuz-Szenen) und zeichnet so ein seltenes weibliches Heimfront-Panorama der kanadischen Kriegsliteratur. Lucy Maud Montgomery (1874–1942), auf Prince Edward Island geboren und während des Krieges als Pfarrfrau im ontarischen Leaskdale lebend, schrieb den Roman nach den Ereignissen von 1914–1918. Ihre Tagebücher bezeugen zugleich patriotische Loyalität und tiefe Skepsis gegenüber Kriegsverherrlichung; die Verluste im Freundes- und Verwandtenkreis, die Spannungen des Gemeindelebens und die Belastungen ihrer Ehe flossen in eine nuancierte Darstellung von Pflichtgefühl, weiblicher Arbeit und Trauer ein. So wird die Serie über Anne Shirley zu einer Chronik einer Nation im Umbruch. Empfohlen für alle, die historische Fiktion und Coming-of-Age schätzen: ein erhellender, bewegender Roman, der Heimfront, Reifung und nationale Erinnerung überzeugend bündelt. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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